Henry Corbins schöpferische Annäherungan die schiitische Tradition
Volumen 35, Ausgabe 2, November 2022, Seiten 61-81
Felix Herkert
Abstrakt Dieser Artikel behandelt einige Aspekte von Henry Corbins Auseinandersetzung mit der schiitischen Tradition. Dies erfolgt hauptsächlich auf der Grundlage von vier thematischen Komplexen. Zunächst wird das grundlegende Anliegen von Corbins Werk im Allgemeinen skizziert; anschließend wird seine phänomenologisch-hermeneutische Methode erörtert. Danach wird Corbins kreative Auffassung von Tradition beleuchtet und die Typologie der schiitischen Spiritualität, die aus seinen Werken rekonstruiert werden kann, vorgestellt. Erst vor diesem Hintergrund lässt sich die Frage beantworten, was Corbin im Schiitentum sah und warum er sich in so außergewöhnlicher Weise zu der schiitischen Religiosität hingezogen fühlte.
Friedrich Georg Jünger und die persische Dichtung
Volumen 34, Ausgabe 2, Dezember 2021, Seiten 117-131
https://doi.org/10.22034/spektrum.2021.184497
Felix Herkert
Abstrakt Dieser Aufsatz untersucht die Rezeption der persischen Dichtung durch den deutschen Philosophen und Dichter Friedrich Georg Jünger (1898–1977). Diese Rezeption ist sowohl für eine werkimmanente Interpretation von Jüngers Gedanken über Dichtung als auch als (bisher vernachlässigtes) Kapitel in der Geschichte der Rezeption persischer Dichtung im deutschsprachigen Raum von Bedeutung. Jüngers Auseinandersetzung mit der persischen Dichtung konzentriert sich auf drei Hauptdichter: Omar Chayyam, Saadi und Hafis, für die Jünger größte Bewunderung empfand. Nach einer historisch-biografischen Einordnung des Themas wird Jüngers Rezeption dieser Dichter inhaltlich skizziert; nicht zuletzt wird ihr Einfluss auf Jüngers eigenes dichterisches Werk untersucht. Es wird aufgezeigt, wie besonders Hafis Jünger inspirierte – sowohl in seinen theoretischen Überlegungen zum Wesen der Dichtung als auch in der Gestaltung einiger eigener Gedichtzyklen.
