Auf den Spuren des Persischen in der englischen und deutschen Gegenwartssprache: Eine schulsprachenpolitisch motivierte Selektion von Lehnwörtern aus einer orientalischen Herkunftssprache
Volumen 36, Ausgabe 2, November 2023, Seiten 173-196
https://doi.org/10.22034/spektrum.2023.194647
Mehrdad Saeedi
Abstrakt In diesem Artikel geht es natürlich nicht darum, patriotische Sprache zu üben und zu verbreiten Ideologie im Namen der Etymologie, sondern vielmehr um die Problematisierung einer solchen Sprachideologie neben sprachlicher Diskriminierung als Spielart der Eurozentrische, islamfeindliche Ideologie im schulischen Kontext der multikulturellen Mehrsprachigkeit Land Berlin. Der schulische Kontext bezieht sich hier nur auf die pädagogisch und fremdsprachlich fragwürdige Sprache Einstellungen und Praktiken einiger Lehrer und Erzieher und nicht der Beamten Sprach- und Mehrsprachigkeitspolitik der Landesregierung bzw. des Senats Gesamtressort für Bildung, Jugend und Familie. Mit anderen Worten, dies Text, der im Wesentlichen aus einer kriterienbasierten Auswahl von 60 englischen und Deutsche Lehnwörter persischen Ursprungs, möchte Deutschsprachige einladen Leser und insbesondere die Pädagogen unter ihnen bei der Nutzung des Alltäglichen, erweiterter und standardisierter Wortschatz zur Betrachtung der eigenen Sprache und der Englische Sprache als globale Verkehrssprache durch eine andere, relativere Sprache Linse, nämlich als Sprachen mit mehr lexikalischem Einfluss aus dem Orientalischen Sprachen der alten Nachbarregion Europas, der islamischen Welt, als bisher angenommen.
„Selbstbildung, Gesellschaftsumschaffung und Zivilisationsherausbildung“ im postrevolutionären Iran Eine Überblicksdarstellung der „Erklärung des zweiten Schritts der Revolution“ von Ajatollah Khamenei mit abschließendem Augenmerk auf einigen kulturpolitischen Aspekten
Volumen 35, Ausgabe 1, April 2022, Seiten 145-160
Mehrdad Saeedi
Abstrakt Anlässlich des 40. Jahrestages der Islamischen Revolution im Iran wurde am 11. Februar 2019 statt einer jährlichen Dankesbotschaft an die Nation ein neues revolutionäres Manifest, das „Manifest der zweiten Stufe“, vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Seyyed Ali Khamenei verkündet. Darin erklärte Ayatollah Khamenei, dass die Islamische Revolution im Iran eine neue evolutionäre Phase betrete, die weit entscheidender sei als die ersten 40 Jahre oder die „erste Stufe“ im historischen Prozess des Aufbaus der Neuen Islamischen Zivilisation. Dieser Artikel erläutert, warum dies so ist, indem er die genaue Wortwahl des Manifests zitiert und kommentiert. Darüber hinaus werden die zentralen Konzepte, die dem Manifest zugrunde liegen, nämlich „Selbstbildung“, „Gesellschaftsneugestaltung“ und „Zivilisationsneugestaltung“, sowie der Hauptfokus des Artikels, nämlich die kulturpolitischen Aspekte des Manifests, aus der textuellen Perspektive untersucht und erklärt. Das Hauptziel dieses Artikels ist es, dieses Manifest, das zweifellos eines der aktuellsten und wichtigsten Dokumente der iranischen Kulturpolitik seit 1979 ist, dem deutschsprachigen Leser als interessierten Kulturdialogpartner näherzubringen und ein Bewusstsein für mögliche Probleme im Zusammenhang mit dem Kulturdialog zu schaffen.
Iranische Selbstbilder aus schulbuchdidaktischer Perspektive;Ein Beitrag zum iranisch-deutschen Kulturdialog
Volumen 34, Ausgabe 2, Dezember 2021, Seiten 145-164
https://doi.org/10.22034/spektrum.2021.184507
Mehrdad Saeedi
Abstrakt Thema dieses Textes ist die kollektive Identitätsbildung am Beispiel Irans. Der Text beschäftigt sich mit der iranischen Selbstwahrnehmung als Voraussetzung für einen langfristigen kulturellen Dialog zwischen Iran und Deutschland oder einem anderen kulturellen Dialogpartner. Die dahinterstehende Idee ist, dass Dialogpartner sich zunächst selbst Fragen über ihre eigene kollektive Identität stellen und dadurch ein möglichst realistisches und nicht idealisiertes Gesamtbild von sich selbst zeichnen sollten, bevor sie mit einem Fremdbild konfrontiert werden, das möglicherweise befremdlich oder überfordernd wirkt. Der Text stützt sich auf das Kulturverständnis in der Hauptquelle der Untersuchung, nämlich einem iranischen Schulbuch der Oberstufe mit Schwerpunkt auf Geistes- und Sozialwissenschaften. Es handelt sich um das Lehrbuch „Kulturanalyse – Lehrbuch für Kulturstudien“, das erstmals im Jahr 2017 veröffentlicht wurde. Aus dessen Perspektive werden hier vier iranische Selbstbilder vorgestellt und näher analysiert. Die zentralen Fragen des Textes lauten: Wie hat sich die kollektive Identität der Iraner im Laufe der Geschichte gebildet? Und wie verhalten sich die iranischen Selbstbilder als Bestandteile eines Gesamtbildes zueinander?
Zwischen Kulturkampf und Kulturdialog Zur Auswärtigen Kulturpolitik der Islamischen Republik Iran gegenüber dem Westen - oder zum Iran-Image im Westen seit 1979
Volumen 33, Ausgabe 2, November 2020, Seiten 149-163
https://doi.org/10.22034/spektrum.2020.190287
Mehrdad Saeedi
Abstrakt Gegenstand dieses Artikels ist die auswärtige Kulturpolitik der Islamischen Republik Iran gegenüber der westlichen Welt, die aus Staaten mit gemeinsamen Wertgrundlagen besteht. Obwohl der Autor bei der Auswahl von Beispielen zur Untersuchung der kulturellen Interaktion und Konfrontation Irans mit dem Westen keinen spezifischen westlichen Staat in den Fokus nimmt, berücksichtigt er aufgrund des Umfangs und der Tradition der Beziehungen insbesondere die Bundesrepublik Deutschland – sowohl vor als auch nach der Islamischen Revolution. Ziel dieses Artikels ist es, politische Ereignisse zu untersuchen, die nicht nur von historischer Bedeutung waren, sondern aus kulturpolitischer Perspektive auch eine entscheidende Rolle bei der Prägung des mehr oder weniger negativen Bildes des heutigen Iran in der westlichen Welt und deren Medienimperium spielten. Der Autor versucht, die offiziellen iranischen Haltungen zu kontroversen politisch-kulturellen Ereignissen mit dem Westen für ein westliches, insbesondere deutschsprachiges Publikum neutral darzustellen. Den analytischen Rahmen dieses Artikels bilden die Ereignisse nach der Islamischen Revolution Irans als historisch bedeutsamster Moment der neueren iranischen Geschichte unter dem Einfluss der Kolonialmächte und als Wendepunkt der Rückbesinnung auf die islamische Identität des Landes.
