Spektrum Iran
Schlüsselwörter = Paradies

Können Dichter ihre Herkunft von ihrer Dichtung trennen? Auf Persisch fühlen, auf Deutsch schreiben

Volumen 34, Ausgabe 1, Juni 2021, Seiten 181-204

https://doi.org/10.22034/spektrum.2021.190213

Mitra Shahmoradi

Abstrakt Sprache ist das wichtigste Element, um in einer anderen Gesellschaft und Kultur zu überleben – vor allem im geistigen Sinne, fernab von der eigenen Muttersprache und Kultur. Ich schreibe häufig in einer Sprache, die nicht meine Muttersprache ist, doch bedeutet das keineswegs, dass ich die Verbindung zu meiner ursprünglichen Kultur verloren habe. Im Gegenteil: Je länger ich in einer anderen Kultur lebe und je älter ich werde, desto stärker wird die Sehnsucht nach meiner Heimat in mir. In meinen Texten kehre ich oft zurück zum verlorenen Paradies, zur ewigen Verdammnis, dass der Mensch aus dem Paradies vertrieben wurde. Dieser Gedanke kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn ich mich verloren fühle und mich frage, ob die Ängste des Lebens nicht mit der ewigen Urangst verbunden sind und ob die Sehnsucht nach Heimat dort ihren Ursprung hat. Ereignisse des realen Lebens können in mir uralte kollektive Gefühle wecken und sich mit metaphysischen Erfahrungen verbinden.

Der Tod in Jaspers Nasafīs Perspektive

Volumen 33, Ausgabe 2, November 2020, Seiten 207-228

https://doi.org/10.22034/spektrum.2020.190292

Touraj Ardeshirinia, Maryam Saghafi

Abstrakt Jaspers' Philosophie ist eine Philosophie zwischen Mensch und Gott. Sie betrachtet den Menschen einerseits als Existenz und andererseits Gott als Transzendenz. Der Mensch nähert sich Gott immer mehr an, und diese Beziehung zeigt sich besonders im Augenblick des Todes. Durch die Auseinandersetzung mit dem Tod lernt der Mensch, die höchsten Möglichkeiten in sich selbst zu erkennen, Möglichkeiten, die zuvor vage und unklar waren. Gleichzeitig findet er die Gelegenheit, seine Beziehung zu Gott zu erklären. Der Mensch, der auf dem Weg zur Transzendenz vier Stufen durchläuft (Existenz, Bewusstsein im Allgemeinen, Geist, Dasein), begegnet dem Tod als Weg zur Transzendenz. Nasafī betrachtet die Erscheinung von Himmel und Hölle als abhängig vom Existenzniveau des Menschen. Diese Ebenen können empirische Sinne, Intellekt und Liebe sein. Daher ist das Verhalten der menschlichen Seele in den Welten des Universums das Grundprinzip, das uns ermöglicht, Konzepte wie Auferstehung, Paradies und Hölle zu verstehen. Demnach hängen Freude und Leid des Menschen im Jenseits von seiner Freude und seinem Leid in der Welt ab. Da der Tod die gesamte menschliche Existenz bedroht, wird die Frage nach einem sinnvollen Leben im Schatten des Todes besonders wichtig. Dieser Artikel untersucht und vergleicht die relevanten Ansichten der beiden Denker Jaspers und Nasafī.