Spektrum Iran
Schlüsselwörter = kultureller Faktor

Klimawandel und kulturelle Aspekte in zwei Dörfern der Provinz Isfahan, Iran

Volumen 37, Ausgabe 2, Dezember 2024, Seiten 219-239

https://doi.org/10.22034/spektrum.2025.495722.1017

Seyed Ahamad Firouzabadi, Zahra Khamseh

Abstrakt Der Klimawandel ist ein globales Phänomen, das alle Aspekte des Lebens der Menschen welt­weit beeinflusst, insbesondere in Entwicklungsländern, wobei viele indigene Völker unverhält­nismäßig betroffen sind. Diese Forschung konzentriert sich darauf, wie lokale Gemeinschaften auf diese Veränderungen reagieren, indem sie durch ihre Handlungen Anpassungen vorneh­men. Mit einem qualitativen Ansatz untersucht die Studie, wie Kultur und lokale Wahrneh­mungen die Bewältigungsstrategien und Anpassungen an den Klimawandel in indigenen Ge­meinschaften in zwei Dörfern im Osten Irans beeinflussen. Die Datenerhebung erfolgte durch eine Kombination von Schneeball- und gezielten Samplingmethoden. Insgesamt nahmen 47 Personen (35 Männer und 12 Frauen) aus den Dörfern sowie organisatorische und lokale Infor­manten an 33 Einzelinterviews und vier Gruppeninterviews teil. Die Ergebnisse zeigten die Entstehung von zwei Subkulturen in den Dörfern, die durch Geographie und soziale Verbin­dungen geprägt waren. Diese Subkulturen beeinflussten die Reaktionen der Dorfbewohner auf die durch den Klimawandel verursachte Wasserknappheit. In Nord-Baraan diversifizierten die Dorfbewohner ihre einkommensschaffenden Tätigkeiten, schützten Wasserressourcen und for­derten einen Anteil an den Wasservorräten des Dorfes von den Regierungsbehörden. Im Ge­gensatz dazu wählten die Bewohner von Süd-Baraan die Migration und gerieten in Konflikte mit ihren Nachbarn über Wasserquellen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die geogra­fische Lage eines Dorfes und seine Kultur der gemeinschaftlichen Teilnahme eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung von Strategien zur Minderung der Auswirkungen von Dürre und Kli­mawandel spielen.