Die friedlichen Grundlagen der islamischen Sicht auf andere Religionen
Volumen 37, Ausgabe 2, Dezember 2024, Seiten 25-46
https://doi.org/10.22034/spektrum.2025.489296.1008
Ali Akbar Alikhani
Abstrakt Heute werden viele Kriege und Gewalttaten im Namen des Islam und mit islamischen Motiven geführt, teilweise aufgrund der Zurückweisung anderer Religionen. Dieser Artikel zielt darauf ab, die Sichtweise des Islam auf andere Religionen zu verstehen und zu analysieren sowie herauszufinden, wie diese Perspektive zum Frieden und zur Koexistenz beiträgt. Die zentrale Frage dieses Artikels lautet: Was sind die friedlichen Grundlagen der islamischen Sicht auf andere Religionen? In diesem Artikel bezieht sich der Begriff Islam sowohl auf den Koran als auch auf die prophetische Tradition, die beide als Hauptquellen und Argumentationsgrundlagen dienen. Es werden drei wesentliche friedliche Grundlagen der islamischen Sichtweise auf andere Religionen und deren Anhänger erörtert: die Freiwilligkeit des Glaubens oder bestimmter Überzeugungen, die Anerkennung des Rechts des Einzelnen, seinen eigenen Glauben auszuüben, sowie die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Realität als theoretischer Rahmen zur Interpretation bestimmter Koranverse. Diese Forschung verwendet zwei Methoden: qualitative Inhaltsanalyse und grundlagentheoretische Forschung. Die Ergebnisse zeigen, dass die Perspektiven des Korans und der prophetischen Tradition auf andere Religionen aufklärend und realistisch sind. Sie bieten keine Rechtfertigung für Gewalt, sondern eine solide Grundlage für Frieden und Koexistenz.
Religiöse friedensorientierte Gedanken im heutigen Iran
Volumen 37, Ausgabe 2, Dezember 2024, Seiten 47-81
https://doi.org/10.22034/spektrum.2025.497362.1018
Rahman Mohammadzadeh, Mohammad Javad Zarif
Abstrakt Ein intellektueller Ansatz für friedensorientierte Gedanken in der Ära der Islamischen Republik ist die religiös orientierte Friedensidee, die das Konzept des Friedens aus der Perspektive des Islams untersucht. Denker dieser Denkschule analysieren die Wurzeln und Kontexte von Zwietracht und sozio-politischer Gewalt in der Gesellschaft. Sie greifen dabei auf islamische Texte zurück, darunter Koranverse, die Praxis des Propheten sowie die Aussprüche und Traditionen der schiitischen Imame, um Frieden, Koexistenz, Toleranz und Geduld für Individuen und sozio-politische Gruppen zu fördern und vorzuschreiben. Diese Studie zielt mithilfe eines theoretischen Rahmens und einer gestaffelten Methodologie der Gedankenanalyse darauf ab, diese Denker und ihre Ansichten zu identifizieren. Dabei werden Problemstellungen, vorgeschlagene Lösungen und Dimensionen analysiert, die in einem religiösen friedensorientierten Ansatz verwurzelt sind. Die von religiös friedensorientierten Denkern aufgeworfenen Themen lassen sich in mehrere Kategorien einteilen, darunter: politische Streitigkeiten und Konflikte zwischen Einzelpersonen und Gruppen, militante Auslegungen des Islams, die Anwendung bestimmter rechtlicher Vorschriften zur Rechtfertigung von Tötungen, offizielle religiöse Interpretationen, ideologischer Extremismus, die Übernahme vorislamischer Stammesgewalt in die islamische Kultur, epistemologische Verwirrung beim Verständnis der Religion sowie irreführende und geheiligte Unwissenheit in Bezug auf Religion. Zur Bekämpfung von Gewalt und zur Förderung von Frieden und friedlicher Koexistenz in der Gesellschaft haben diese Denker Lösungen wie Einheit, religiöse Demokratie, die Anwendung von Kriegs- und Friedensprinzipien basierend auf schiitischen Lehren, Pluralismus, die Förderung eines glaubensbasierten und monotheistischen Friedens, die Entwicklung einer Friedenstheologie und zehn epistemologische Unterscheidungen im Verständnis der Religion vorgeschlagen.
