Spektrum Iran
Schlüsselwörter = Ibn ʿArabī

Die Theorie der konzeptionellen Vermischung und IbnʿArabys mystische Lesart der Erzählung vom Stab des Moses

Volumen 35, Ausgabe 2, November 2022, Seiten 1-16

https://doi.org/10.22034/spektrum.2022.182296

Mehdi Bagheri, Ahad Faramarz Gharamaleki

Abstrakt Dieser Aufsatz trägt zur Erklärung bei, wie das koranische Bild des Atheismus in der symbolischen Interpretation von Ibn ʿArabī entsteht. In Fusūs al-Hikam (Die Weisheitsperlen) wird die Verwandlung von Moses’ Stab in eine Schlange als die Verwandlung von Atheismus und Auflehnung (maʿsiya) in Theismus und Gehorsam (ṭāʿat) gedeutet. Die Lesart Ibn ʿArabīs der besprochenen koranischen Erzählung, so wird in diesem Beitrag vorgeschlagen, erreicht eine besondere Vorstellungskraft und Kreativität durch die konzeptuelle Vermischung – eine Theorie, die von Fauconnier und Turner entwickelt wurde. Dieser Beitrag folgt einem kognitiv-linguistischen Ansatz, der helfen soll zu verstehen, wie Ibn ʿArabīs Interpretation die faktischen und religiösen Elemente in einer Vermischung verknüpft – als einzige Möglichkeit, wie die komplexen religiösen Botschaften und moralischen Werte aus Mustern entstehen, die sich auf zugängliche menschliche Erfahrungen in der natürlichen Welt beziehen.

Die „Erklärung zum Zweiten Schritt der Revolution“ und ihre Bedeutung hinsichtlich der gesellschaftspolitischen Problematik Irans

Volumen 33, Ausgabe 2, November 2020, Seiten 1-22

https://doi.org/10.22034/spektrum.2020.184476

Abbas Ali Rahbar

Abstrakt Die Erklärung zum zweiten Schritt der Revolution als strategische und intelligente Charta verweist auf drei synergetische und miteinander verbundene Achsen: „Theorie des revolutionären Systems, Potenzial der Islamischen Republik Iran und die langfristige Perspektive einer neuen islamischen Zivilisation.“ Die Stärken der Islamischen Republik Iran – wie die Etablierung einer religiösen Demokratie, politische Unabhängigkeit, nationales Selbstvertrauen und die Beteiligung des Volkes an seinem politischen und sicherheitspolitischen Schicksal – legen auf der Grundlage historischer Belege einen realistischen Fokus auf sozialpolitische Fragestellungen. Unter Anwendung eines interpretativen Ansatzes und unter Nutzung der Technik der Eliten-Stichprobenanalyse stellt dieser Artikel die qualitative These auf, dass sich die wichtigsten sozialpolitischen Herausforderungen der Islamischen Republik Iran in Bereichen wie fehlende umfassende Gerechtigkeit, staatsabhängige Wirtschaft, Transformation authentischer human-religiöser Werte sowie Oberflächlichkeit gegenüber dem Feind zusammenfassen lassen.

Mit den Augen des Herzens sehen -Über die Symbolik der mystisch-metaphysischen Schau im Islam

Volumen 32, Ausgabe 1, Marsch 2019, Seiten 1-17

Roland Pietsch

Abstrakt Der erste Teil dieses Beitrags befasst sich mit der allgemeinen Bedeutung der Symbole, die die Wahrheit darstellen und über Denken und Wahrnehmung hinausgehen. Der zweite Teil beschreibt vier Zustände des Herzens gemäß at-Tirmiḏīs Abhandlung Bayān al-farq bayna a-adr wa-l-qalb wa-l-fuʾād wa-l-lubb. Im letzten und zentralen Teil des Beitrags wird Ibn ʿArabīs Lehre von der mystisch-metaphysischen Erkenntnis sowie seine Lehre vom „Auge des Herzens“ auf Grundlage seiner Fuū al-ikam erläutert.

Anblicke der Wirklichkeit Gottes Über den Unterschied zwischen göttlicher Wesenheit und göttlichen Energien oder Eigenschaften bei Gregorios Palamas und Ibn ʽArabī Eine Gegenüberstellung

Volumen 31, Ausgabe 1, Februar 2018, Seiten 67-89

Roland Pietsch

Abstrakt Für den byzantinisch-christlichen Theologen und Mystiker Gregorios Palamas, einen der wichtigsten Vertreter des Hesychasmus, und den islamischen Mystiker und Sufi-Meister Ibn ʿArabī, bezieht sich die Erkenntnis der göttlichen Wirklichkeit allein auf die göttlichen Energien bzw. Eigenschaften – nicht aber auf das unzugängliche und verborgene Wesen Gottes, das alles Sein und damit auch jegliche Erkenntnis in unaussprechlicher Weise übersteigt. Die göttliche Essenz und die göttlichen Energien oder Eigenschaften sind jedoch nicht voneinander getrennt, sondern innerhalb der göttlichen Wirklichkeit lediglich unterschieden; trotz dieser Differenz bilden sie eine unauflösliche Einheit. Diese Lehren von der göttlichen Unterscheidung bilden die Grundlage der mystischen Gotteserkenntnis sowohl bei Gregorios Palamas als auch bei Ibn ʿArabī. In diesem Beitrag werden die Grundsätze dieser Lehren dargestellt und miteinander verglichen. Die Gegenüberstellung soll vor allem der wechselseitigen Erhellung dienen. Dabei ist zu beachten, dass beide Mystiker unterschiedlichen Religionen und somit verschiedenen Offenbarungszusammenhängen angehören, die nicht äußerlich miteinander vergleichbar sind. Vielmehr geht es darum, die innere Struktur der göttlichen Unterscheidung zwischen göttlichem Wesen und göttlichen Energien bzw. Eigenschaften bei Gregorios Palamas und Ibn ʿArabī in ihrer grundlegenden Bedeutung für die Richtigkeit des spirituellen Weges zur Gottesvision aufzuzeigen – mit Blick auf die innere und transzendente Einheit der Religionen.