Eine vergleichende Analyse der Leistungen Nāder Šāh-e Afšārs mit Tīmūr Gūrkānī
Volumen 35, Ausgabe 2, November 2022, Seiten 17-41
Ameneh Ebrahimi
Abstrakt In der vormodernen Ära gab es wiederkehrende Muster im Hinblick auf den Staatsaufbau und das Verhalten politischer Eliten, wobei Nader Schah Afshar, der sich an Timūr Gurkānī orientierte, das herausragendste Beispiel darstellt. In dieser Nachahmung, die naturgemäß eine Art politisch-militärischen Idealismus mit sich brachte, war es der Idealismus Timūrs – aus einem mongolisch-türkischen Hintergrund heraus entstanden –, der Nader Schah Afshar so stark beeinflusste, dass er Timūr über seine politische und militärische Welt hinaus folgte. Da beide aus der Kultur Groß-Chorasans hervorgingen, die über viele Epochen hinweg von der mongolisch-türkischen Kultur geprägt war, wurde Naders Nachahmung Timūrs auf Grundlage des Verständnisses von Timūrs Idealismus untersucht. Basierend auf den Sufi-Traditionen, den Geschichten aus „Tausendundeiner Nacht“, den Timūr-Narrativen, Legenden und seinen großen Bemühungen, sich selbst als Idealbild zu präsentieren, wurde über einen Zeitraum von 300 Jahren ein solides Fundament geschaffen, von dem Nader profitierte. In politischer und militärischer Hinsicht – nicht jedoch im Bereich der Verwaltung – konnte Nader ähnlich wie Timūr Erfolge erzielen und seinen Namen in der Geschichte verewigen.
Die Traditionelle Wasserversorgung von Kashan
Volumen 31, Ausgabe 1, Februar 2018, Seiten 1-17
Heinz Gaube
Abstrakt In weiten Teilen Irans zählen Wasser und dessen Versorgungssysteme seit Generationen zu den lebenswichtigen Themen. Daher existierten in vielen historischen Städten Irans ausgeklügelte Wasserversorgungssysteme, deren Entwicklung für Iranforscher von großer Bedeutung sein kann. Die Qanate haben maßgeblich zur Entwicklung iranischer Städte, insbesondere in Wüstenregionen, beigetragen. Kaschan ist eine der Städte, deren Qanate und Wasserreservoirs in Reiseberichten und historischen Quellen erwähnt wurden. In diesem Beitrag wird die Bedeutung von Wasserleitungen und Reservoirs in Kaschan in den Reiseberichten sowie ihre historische Entwicklung und Vervollkommnung dargestellt. Auch der heutige Zustand dieser traditionellen Wasserversorgungssysteme wird anhand schriftlicher Quellen, Karten und mündlicher Überlieferungen untersucht.
Šokūfe, die zweite iranische Frauenzeitung in der Kadscharenzeit
Volumen 31, Ausgabe 1, Februar 2018, Seiten 19-43
Ali Shahidi, Gelareh Moradi
Abstrakt Dieser Beitrag befasst sich mit der historischen Einordnung und Inhaltsanalyse der Zeitschrift Šokūfeh, der zweiten Zeitschrift iranischer Frauen, die in der späten Kadscharenzeit (1330–1334 AH / 1911–1915 n. Chr.) erschien. Chefredakteurin war Maryam ʿAmīd Semnānī (Mozayyan ol-Salṭaneh), eine Pionierin auf den Gebieten der Mädchenbildung, der Gesundheit von Frauen und Kindern sowie der kulturellen und sozialen Anliegen von Frauen. Mozayyan ol-Salṭaneh gründete die Schule "Mozayyanīye" sowie die Vereinigung "Hemmat-e Khawātīn", die beide in den Leitartikeln und Berichten von Šokūfeh thematisiert werden. Die Inhaltsanalyse der Zeitschrift liefert ein quantitatives und qualitatives Bild der Absichten, Zielsetzungen und Aktivitäten der Chefredakteurin und Autorinnen sowie der Wünsche und Bestrebungen iranischer Frauen im Kontext des sozialen Wandels in der späten Kadscharenzeit.
