Spektrum Iran
Hauptthemen = Persian Art

Der Ort als menschliche Errungenschaft auf der Grundlage von Martin Heideggers Vierfachheit und deren Widerspiegelung in der historischen

Volumen 34, Ausgabe 2, Dezember 2021, Seiten 133-144

https://doi.org/10.22034/spektrum.2021.184499

Reyhaneh Heydari

Abstrakt Die Bedeutung des Ortes im architektonischen Kontext ermöglicht es, über ein angemessenes und würdiges Leben für den Menschen nachzudenken – auf der Grundlage von Heideggers Vierfachheit und geformt durch Harmonie und Ausgewogenheit zwischen den Elementen des Universums. Dieser Artikel zielt darauf ab, Heideggers stabilisierendes Vierfach (Erde, Himmel, Sterbliche und Göttliche) als verbindende und vermittelnde Elemente des Kosmos theoretisch zu beleuchten; und zugleich eine umfassende Erläuterung iranischer architektonischer Orte (Haus, Garten, Basar und Moschee) zu reflektieren. Ziel ist es, den gedanklichen Pfad nachzuzeichnen, der in solchen Orten entsteht – ein Pfad, der Denken ermöglicht, ihm Raum gibt, seine Aufgabe zu erkennen und auszuführen. Dieser Glaube kann in Zeiten der Not, die aus dem Vorrang des technischen Denkens hervorgegangen sind, einen Weg zur geistigen Sphäre eröffnen – einen Weg, der in einer Art wirksamen Lebens reift, das aus dem Zusammenspiel von Denken und Sein hervorgeht.

Bekanntschaft westlicher Künstler mit der orientalischen und islamischen Kultur und Kunst durch internationale Ausstellungen

Volumen 34, Ausgabe 1, Juni 2021, Seiten 159-180

https://doi.org/10.22034/spektrum.2021.190208

Parisa Shad Ghazvini

Abstrakt Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war der direkte Kontakt der Europäer mit der Kultur, Kunst und dem Kunsthandwerk des Orients und der islamischen Länder begrenzt, und es gab nur unzureichendes Wissen über die Existenz und Eigenart dieser Werke. Es herrschte Unklarheit über die Unterscheidung zwischen Kunstwerken verschiedener orientalischer Länder, über deren Merkmale, Epochen, Herstellungsmethoden, Ausführung und Qualität. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde es im Westen durch internationale Ausstellungen und das Zusammenführen von Industrieerzeugnissen und Kunstwerken aus verschiedenen orientalischen Ländern möglich, deren kulturelle Besonderheiten und Tiefen in differenzierten Strukturen zu erfassen. Der direkte Kontakt mit diesen Werken trug nicht nur dazu bei, dass die europäischen Eliten mit der orientalischen Kunst vertraut wurden, sondern weckte auch das Interesse und den Wunsch europäischer Künstler, die Merkmale islamischer Kunst zu untersuchen, deren Muster, Ornamente und Formen zu übernehmen, sich deren künstlerischen Methoden anzunähern und sich davon beeinflussen und inspirieren zu lassen. Die Forschungsfragen des Aufsatzes lauten:Warum organisierten europäische Länder ab der Mitte des 19. Jahrhunderts internationale Ausstellungen über Industrie, Kultur und Kunst?Wie wurden europäische Künstler bei der Besichtigung dieser Ausstellungen von der orientalischen Kunst beeinflusst? Welche konzeptuellen und grundlegenden Veränderungen brachte dies für europäische Künstler mit sich? Die Hypothese des Aufsatzes geht davon aus, dass die europäischen Länder im Rahmen ihrer postkolonialen Strategien diese Ausstellungen organisierten, um Kenntnisse über die kulturellen und industriellen Potenziale der Länder zu erlangen. Gleichzeitig führten die direkten Begegnungen der Künstler mit der islamischen und orientalischen Kunst dazu, dass sich deren Stil und Ausführung veränderten und ihre künstlerische Haltung beeinflusst wurde. Die Forschungsmethodik dieses Aufsatzes ist eine qualitative, historisch-analytische Untersuchung auf Basis von Bibliotheks- und Archivmaterial unter Berücksichtigung inhaltlicher Prioritäten zur Unterstützung der Hypothese.