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    <title>Spektrum Iran</title>
    <link>https://www.spektrumiran.com/</link>
    <description>Spektrum Iran</description>
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    <language>de</language>
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    <pubDate>Thu, 01 Jan 2026 00:00:00 +0330</pubDate>
    <lastBuildDate>Thu, 01 Jan 2026 00:00:00 +0330</lastBuildDate>
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      <title>Der politische K&amp;ouml;rper unter dem Skalpell: Eine kritische Bewertung medizinisch-politischer Metaphern im politischen Diskurs Irans</title>
      <link>https://www.spektrumiran.com/article_245447.html</link>
      <description>Politische Metaphern sind weit mehr als rhetorische Stilmittel; sie fungieren als kognitive Instrumente, die Wahrnehmung strukturieren, Urteilsbildung pr&amp;amp;auml;gen und kollektives Handeln orientieren. Medizinisch-politische Metaphern nehmen dabei eine herausragende Stellung ein, da sie auf kulturell autorisierte Konzepte wie Gesundheit, Krankheit, Diagnose und Therapie zur&amp;amp;uuml;ckgreifen, um politische Wirklichkeiten zu deuten. Der Beitrag untersucht aus philosophischer Perspektive die erkenntnistheoretischen, ethischen und gesellschaftlich-politischen Implikationen dieser Metaphern. Unter R&amp;amp;uuml;ckgriff auf die Theorie der konzeptuellen Metapher, die Kritische Diskursanalyse, die Diskursethik und Theorien epistemischer Ungerechtigkeit wird gezeigt, dass medizinisierte politische Sprache politische Verst&amp;amp;auml;ndigungsprozesse anhand biologisch abgeleiteter Deutungsschemata neu organisiert. Die Untersuchung rekonstruiert die konzeptuelle Architektur von f&amp;amp;uuml;nf wiederkehrenden medizinisch-politischen Metaphern und zeigt, wie politische Akteure, Institutionen und Konflikte auf medizinische Kategorien wie Pathologie, Infektion, chirurgischen Eingriff und Krebs abgebildet werden. Diese &amp;amp;Uuml;bertragungen vereinfachen komplexe politische Ph&amp;amp;auml;nomene, erzeugen Kategorienfehler, verschleiern Handlungsmacht und strukturelle Kausalit&amp;amp;auml;t, verengen den Interpretationshorizont, beg&amp;amp;uuml;nstigen affektive Abk&amp;amp;uuml;rzungen und &amp;amp;uuml;bertragen die Autorit&amp;amp;auml;t wissenschaftlichen Wissens unzul&amp;amp;auml;ssig auf Bereiche normativer Kontroversen und politischer Kontingenz. Dar&amp;amp;uuml;ber hinaus k&amp;amp;ouml;nnen sie Entmenschlichung f&amp;amp;ouml;rdern, wechselseitige Anerkennung untergraben, epistemische Ungerechtigkeit beg&amp;amp;uuml;nstigen, exkludierende Praktiken legitimieren und antagonistische Identit&amp;amp;auml;ten sowie au&amp;amp;szlig;ergew&amp;amp;ouml;hnliche Formen des Regierens normalisieren. Der Beitrag kommt zu dem Ergebnis, dass medizinisch-politische Metaphern keine neutralen Instrumente politischer Kommunikation sind. Indem sie politische Meinungsverschiedenheiten als pathologische Erscheinungen konstruieren, ver&amp;amp;auml;ndern sie die epistemischen und moralischen Bedingungen demokratischer Urteilsbildung, &amp;amp;ouml;ffentlicher Deliberation und politischen Pluralismus. Eine kritische Analyse dieser Metaphern ist daher unverzichtbar, um das Verh&amp;amp;auml;ltnis von Sprache, Macht und demokratischem Leben zu verstehen.</description>
    </item>
    <item>
      <title>Neubetrachtung der Spiritualit&amp;auml;t in der iranischen Architektur durch Mullā Ṣadrās transzendentale Philosophie und das vierstufige Erkenntnismodell</title>
      <link>https://www.spektrumiran.com/article_248470.html</link>
      <description>Die iranische Architektur hat sich im Laufe der Geschichte in enger Verbindung mit Spiritualit&amp;amp;auml;t entwickelt. Diese Verbindung zeigt sich nicht nur in ihren r&amp;amp;auml;umlichen Strukturen, sondern auch in ihren philosophischen Grundlagen. Ziel dieser Studie ist es, die spirituellen Dimensionen der iranischen Architektur auf der Grundlage der Transzendentalen Philosophie Mullā Ṣadrās und des Vierstufigen Erkenntnismodells zu untersuchen. Die Untersuchung folgt einem qualitativen, logisch-interpretativen Forschungsansatz und st&amp;amp;uuml;tzt sich auf Quellen der iranisch-islamischen Weisheitstradition sowie auf die Analyse ausgew&amp;amp;auml;hlter Beispiele traditioneller iranischer Architektur, insbesondere der Scheich-Lotfollāh-Moschee. Die theoretische Grundlage bildet die Transzendentale Philosophie (al-Hikma al-Mutaʿāliyya), die auf den Prinzipien der Urspr&amp;amp;uuml;nglichkeit des Seins (Aṣālat al-Wuǧūd), der Abstufung des Seins (Ta&amp;amp;scaron;kīk al-Wuǧūd) und der substanziellen Bewegung (al-Haraka al-Ǧawhariyya) beruht. Aus dieser Perspektive wird Architektur nicht lediglich als materielles Objekt verstanden, sondern als ein existenzielles Ph&amp;amp;auml;nomen, das geistige und philosophische Bedeutungen verk&amp;amp;ouml;rpert. Das Vierstufige Erkenntnismodell mit seinen Ebenen Begriffe, Grundlagen, Muster und Manifestationen erm&amp;amp;ouml;glicht die Analyse der Bewegung von innerer Bedeutung zu &amp;amp;auml;u&amp;amp;szlig;erer Form und umgekehrt. Die Ergebnisse zeigen, dass die iranische Architektur &amp;amp;uuml;ber funktionale und &amp;amp;auml;sthetische Aspekte hinaus eine mystische und ontologische Erfahrung des Raumes erm&amp;amp;ouml;glicht. Die Prinzipien der Transzendentalen Philosophie Mullā Ṣadrās sowie das Vierstufige Erkenntnismodell bieten daher einen geeigneten theoretischen und methodischen Rahmen zur Interpretation und Wiederbelebung spiritueller Dimensionen in der zeitgen&amp;amp;ouml;ssischen Architektur.</description>
    </item>
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      <title>Die Geopolitik der modernen Architektur im Iran: Die Rolle schwedischer Ingenieurfirmen w&amp;auml;hrend der &amp;Auml;ra Reza Schah Pahlavis</title>
      <link>https://www.spektrumiran.com/article_248468.html</link>
      <description>Diese Studie untersucht die Rolle schwedischer Ingenieurfirmen bei der architektonischen Modernisierung Irans w&amp;amp;auml;hrend der ersten Pahlavi-&amp;amp;Auml;ra und betrachtet Infrastruktur als ein bislang unzureichend erforschtes Instrument der Staatsbildung, nationalen Integration und geopolitischen Selbstbehauptung. W&amp;amp;auml;hrend der Beitrag bedeutender europ&amp;amp;auml;ischer Ingenieurb&amp;amp;uuml;ros zur Pahlavi-Modernisierung anerkannt ist, blieb die Rolle skandinavischer Unternehmen weitgehend unbeachtet. Die Forschung schlie&amp;amp;szlig;t diese L&amp;amp;uuml;cke durch die Analyse der technischen, konzeptionellen und kulturellen Dimensionen des schwedischen Engagements anhand der Wei&amp;amp;szlig;en Br&amp;amp;uuml;cke von Ahvaz und der Ghazian&amp;amp;ndash;Mian-Poshteh-Br&amp;amp;uuml;cke. Auf Grundlage einer deskriptiv-analytischen Methodik sowie von Archivmaterialien, historischen Dokumenten, architektonischen Aufzeichnungen und Felduntersuchungen wird gezeigt, wie schwedische Akteure den Transfer modernistischer Ideen erm&amp;amp;ouml;glichten, r&amp;amp;auml;umliche Strukturen ver&amp;amp;auml;nderten und die iranische Baukultur beeinflussten. Die Ergebnisse zeigen, dass ihre Rolle &amp;amp;uuml;ber die eines technischen Auftragnehmers hinausging. Durch die Einf&amp;amp;uuml;hrung neuer Materialien wie Stahlbeton und Stahl sowie innovativer beweglicher Br&amp;amp;uuml;ckentechnologien trugen ihre Projekte zur technologischen Modernisierung bei und wurden zugleich zu Symbolen staatlicher Autorit&amp;amp;auml;t und nationaler Modernisierungsbestrebungen. Dar&amp;amp;uuml;ber hinaus fungierten schwedische Unternehmen als kulturelle Vermittler internationaler Architekturmodelle und wirkten an einer Form der &amp;amp;bdquo;Architekturdiplomatie&amp;amp;ldquo; mit. Die Studie leistet somit einen Beitrag zur transnationalen Architekturgeschichte, zum Technologietransfer und zur Geopolitik der Infrastruktur.</description>
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    <item>
      <title>Transformation of cultural rituals in contemporary Iran: The role of Instagram in reshaping the celebration of traditional occasions</title>
      <link>https://www.spektrumiran.com/article_248471.html</link>
      <description>The expansion of social media, particularly Instagram, has played a significant role in transforming the ways cultural rituals are experienced and represented in contemporary Iran. This study aims to elucidate the role of Instagram in the transformation of traditional rituals and to examine the impact of this platform&amp;amp;rsquo;s media logic on the form, meaning, and modes of enactment of cultural occasions. The study was conducted using a qualitative approach, and its data were collected through semi-structured interviews with active Instagram users who participated in this research. Purposive sampling was employed, and data collection continued until theoretical saturation was reached, which was ultimately achieved after 15 interviews. The data were analyzed using thematic analysis based on the Braun and Clarke approach. The findings indicate that Instagram, as an active cultural intermediary, has contributed to the mediatization of rituals, the aestheticization of ceremonial practices, shifts in patterns of social participation, the individualization of ritual experience, transformations in symbolic meanings, and the strengthening of influencers&amp;amp;rsquo; roles in redefining the ways rituals are performed. The results suggest that traditional rituals have moved beyond exclusively place-bound and collective frameworks and, within the context of the network society, have been transformed into visual, performative, and to some extent individualized experiences. In this process, rituals are not merely represented but are also reconfigured through interaction with Instagram&amp;amp;rsquo;s image-driven logic. Based on the findings, a form of &amp;amp;ldquo;digital rituality&amp;amp;rdquo; has emerged within the context of contemporary Iranian culture, in which traditional elements have become intertwined with new media mechanisms. This study demonstrates that understanding cultural transformations and the redefinition of identity in contemporary Iranian society is not possible without considering the role of digital platforms.</description>
    </item>
    <item>
      <title>Semantische souver&amp;auml;nit&amp;auml;t in gro&amp;szlig;en Sprachmodellen: Pr&amp;uuml;fung persianischer und schiitischer Bedeutungen &amp;uuml;ber Sprachgrenzen hinweg</title>
      <link>https://www.spektrumiran.com/article_248477.html</link>
      <description>Gro&amp;amp;szlig;e Sprachmodelle &amp;amp;uuml;bersetzen, verdichten und erl&amp;amp;auml;utern zunehmend Traditionen, deren historische Tr&amp;amp;auml;ger oder Erben sie nicht sind. Diese Studie entwickelt semantische Souver&amp;amp;auml;nit&amp;amp;auml;t als Rahmen, um zu pr&amp;amp;uuml;fen, ob multilinguale Modelle persianische und schiitische Bedeutungen bewahren oder in dominante anglophone Interpretationsordnungen verlagern. Ein begrenztes, sprach&amp;amp;uuml;bergreifendes Mixed-Methods-Audit untersuchte 120 gezielt ausgew&amp;amp;auml;hlte Einheiten aus Rumi, Hafis, Ferdowsi und der schiitischen Hermeneutik. Vier w&amp;amp;auml;hrend der Expertenbewertung verblindete Modellsysteme wurden unter vier Bedingungen getestet: nur Persisch, nur Englisch, kultureller Kontext und Expertenkontext. Jeder Prompt wurde zweimal ausgef&amp;amp;uuml;hrt, wodurch 3.840 Ausgaben entstanden. Ein dreik&amp;amp;ouml;pfiges Fachgremium verwendete eine Skala der semantischen Bewahrung von 0 bis 4 sowie eine mehrdimensionale Fehlertaxonomie; die sich gegenseitig ausschlie&amp;amp;szlig;enden Prozentwerte fassen den jeweils adjudizierten dominanten Fehler zusammen. &amp;amp;Uuml;ber 16 Modell-Dom&amp;amp;auml;nen-Zellen betrug der Mittelwert 2,53 von 4,00 Punkten (SD = 0,38). Rumi wurde h&amp;amp;auml;ufig zu globaler, psychologisierter Spiritualit&amp;amp;auml;t verengt, Hafis &amp;amp;uuml;berm&amp;amp;auml;&amp;amp;szlig;ig vereindeutigt, Ferdowsi in moderne F&amp;amp;uuml;hrungssprache entpolitisiert und schiitische Begriffe auf allgemeines religi&amp;amp;ouml;ses Vokabular reduziert. Expertenkontext erzeugte die h&amp;amp;ouml;chsten deskriptiven Mittelwerte, doch semantische Verschiebung blieb bestehen. Da Produktidentit&amp;amp;auml;ten, genaue Zugriffsdaten, vollst&amp;amp;auml;ndige Rohprotokolle und Bewertungen auf Ausgabenebene nicht aufbewahrt wurden, ist die Analyse deskriptiv und begrenzt; sie beansprucht weder statistische Inferenz noch produktspezifische Reproduzierbarkeit. Multilinguale KI sollte daher nicht nur nach sprachlicher Leistung oder kultureller Verzerrung, sondern auch nach hermeneutischer Verantwortlichkeit beurteilt werden: nach der Bewahrung von Metapher, Doktrin, Mehrdeutigkeit, Register, Autorit&amp;amp;auml;t und zivilisatorischem Ged&amp;amp;auml;chtnis. Die Studie bietet damit einen kultursensiblen Audit-Rahmen zur Erkennung subtiler Bedeutungsverluste zwischen Sprachen.</description>
    </item>
    <item>
      <title>Menschenw&amp;uuml;rde und humanit&amp;auml;res Recht im islamischen Denken</title>
      <link>https://www.spektrumiran.com/article_248474.html</link>
      <description>Die Menschenw&amp;amp;uuml;rde bildet ein grundlegendes Prinzip des islamischen Denkens und einen normativen Rahmen f&amp;amp;uuml;r humanit&amp;amp;auml;re Prinzipien in bewaffneten Konflikten. Obwohl das internationale humanit&amp;amp;auml;re V&amp;amp;ouml;lkerrecht umfassend erforscht wurde, ist die Verbindung zwischen Menschenw&amp;amp;uuml;rde und humanit&amp;amp;auml;ren Normen innerhalb der islamischen Denktradition bislang nicht systematisch untersucht worden. Diese Studie analysiert die konzeptionellen Grundlagen der Menschenw&amp;amp;uuml;rde, identifiziert zentrale humanit&amp;amp;auml;re Normen in islamischen Quellen und untersucht ihre gegenseitige Beziehung. Methodisch verwendet die Untersuchung eine qualitative Inhaltsanalyse und eine historische Analyse des Korans, der prophetischen Sunna, Nahdsch al-Balāghas sowie ausgew&amp;amp;auml;hlter historischer Quellen, um normative und historische Dimensionen humanit&amp;amp;auml;ren Handelns herauszuarbeiten. Die analytischen Kategorien wurden induktiv aus den untersuchten Texten entwickelt. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschenw&amp;amp;uuml;rde im Islam als inh&amp;amp;auml;rente und universelle Eigenschaft aller Menschen verstanden wird, unabh&amp;amp;auml;ngig von Religion, Ethnie oder politischer Zugeh&amp;amp;ouml;rigkeit. Dieses Verst&amp;amp;auml;ndnis bildet die Grundlage f&amp;amp;uuml;r humanit&amp;amp;auml;re Prinzipien wie die Bevorzugung friedlicher Konfliktl&amp;amp;ouml;sungen, das Verbot der Aggression, den Schutz von Zivilpersonen, die Achtung von Verwundeten, Kriegsgefangenen und Personen au&amp;amp;szlig;erhalb der Kampfhandlungen (hors de combat) sowie das Verbot von Verrat und Verst&amp;amp;uuml;mmelung. Diese Prinzipien gelten sowohl f&amp;amp;uuml;r innerstaatliche als auch internationale bewaffnete Konflikte und sind nicht auf Beziehungen zwischen Muslimen beschr&amp;amp;auml;nkt. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Menschenw&amp;amp;uuml;rde im islamischen Denken eine philosophische und normative Grundlage humanit&amp;amp;auml;ren Rechts darstellt und eine wichtige Grundlage f&amp;amp;uuml;r den Dialog mit dem modernen internationalen humanit&amp;amp;auml;ren V&amp;amp;ouml;lkerrecht bietet.</description>
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    <item>
      <title>Intensive kulturelle Assimilation in der iranischen Diaspora: Eine soziologische Erkl&amp;auml;rung</title>
      <link>https://www.spektrumiran.com/article_248473.html</link>
      <description>Migration bedeutet weit mehr als eine blo&amp;amp;szlig;e geografische Verlagerung. Sie ist ein vielschichtiger sozialer Prozess, in dem Identit&amp;amp;auml;ten neu ausgehandelt und soziale Beziehungen neu gestaltet werden. Der vorliegende theoretische Beitrag untersucht die Tendenz zu einer intensiven kulturellen Assimilation in Teilen der iranischen Diaspora aus soziologischer Perspektive. Ziel ist es, reduktionistische und normative Deutungen zu &amp;amp;uuml;berwinden und stattdessen ein mehrstufiges Erkl&amp;amp;auml;rungsmodell f&amp;amp;uuml;r dieses Ph&amp;amp;auml;nomen zu entwickeln. Die Studie ist als theoretischer Beitrag (Conceptual Paper) angelegt und basiert auf einer systematischen Literaturauswertung sowie einer konzeptionellen Analyse. Hierzu wurden klassische und aktuelle Arbeiten aus der Migrationssoziologie, den Diasporastudien, den Theorien kultureller Anpassung, der Statustheorie, der Theorie des symbolischen Kapitals sowie der Medienforschung kritisch ausgewertet. Die zentralen Konzepte wurden identifiziert und auf drei analytischen Ebenen strukturiert: migrationsvorgelagerte Kontextfaktoren, vermittelnde Mechanismen nach der Migration sowie status- und identit&amp;amp;auml;tsbezogene Folgen. Die Ergebnisse zeigen, dass intensive kulturelle Assimilation weder ausschlie&amp;amp;szlig;lich als Verlust kultureller Identit&amp;amp;auml;t noch als Ausdruck individueller Pr&amp;amp;auml;ferenzen verstanden werden kann. Vielmehr entsteht sie aus dem Zusammenspiel historischer, kultureller, medialer und statusbezogener Faktoren. Kulturelle Pr&amp;amp;auml;gungen vor der Migration, transnationale Mediendarstellungen, strukturelle Br&amp;amp;uuml;che, Statusdruck in der Aufnahmegesellschaft sowie das Bestreben, symbolisches Kapital in transnationalen sozialen Feldern anzusammeln, greifen in einer kausal-interaktiven Dynamik ineinander. Intensive kulturelle Assimilation stellt somit eine von mehreren m&amp;amp;ouml;glichen Strategien kultureller Anpassung innerhalb der iranischen Diaspora dar. Die Analyse macht deutlich, dass intensive kulturelle Assimilation weder Ausdruck vollst&amp;amp;auml;ndiger Passivit&amp;amp;auml;t noch mangelnder Handlungsf&amp;amp;auml;higkeit ist. Vielmehr handelt es sich um eine positionsbezogen rationale Strategie, die darauf abzielt, positive soziale Distinktion zu erreichen und symbolisches Kapital in transnationalen sozialen Feldern zu akkumulieren. Gleichzeitig lassen sich innerhalb der iranischen Diaspora auch hybride, mehrschichtige und transnationale Identit&amp;amp;auml;tsformen beobachten. Ein angemessenes Verst&amp;amp;auml;ndnis dieses Ph&amp;amp;auml;nomens setzt daher voraus, soziale Strukturen, individuelle Erfahrungen und die statusbezogenen Kalkulationen sozialer Akteure gleicherma&amp;amp;szlig;en zu ber&amp;amp;uuml;cksichtigen.</description>
    </item>
    <item>
      <title>&amp;Uuml;ber den Einfluss des persischen Philosophen Avicenna (Ibn Sīnā) auf Meister Eckharts Metaphysik</title>
      <link>https://www.spektrumiran.com/article_248467.html</link>
      <description>Diese Arbeit untersucht den Einfluss des persischen Philosophen Avicenna (Ibn Sīnā) auf die Metaphysik Meister Eckharts, insbesondere auf seine Seinslehre. Seit dem 11. Jahrhundert wurden zahlreiche philosophische Werke islamischer Gelehrter aus dem Arabischen ins Lateinische &amp;amp;uuml;bersetzt, wodurch die mittelalterliche europ&amp;amp;auml;ische Philosophie tiefgreifend gepr&amp;amp;auml;gt wurde. Avicennas Metaphysik (Kitāb al-&amp;amp;Scaron;ifāʾ) spielte dabei eine zentrale Rolle und wurde im 12. Jahrhundert in Toledo ins Lateinische &amp;amp;uuml;bertragen. Seine Gedanken wurden sp&amp;amp;auml;ter von bedeutenden Denkern wie Albertus Magnus, Thomas von Aquin und Meister Eckhart intensiv rezipiert. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht Eckharts Verst&amp;amp;auml;ndnis des Seins (esse), das stark von Avicennas Unterscheidung zwischen notwendigem Sein (wāǧib al-wuǧūd) und kontingentem Seienden gepr&amp;amp;auml;gt ist. Eckharts These &amp;amp;bdquo;esse est Deus&amp;amp;ldquo; (Das Sein ist Gott) zeigt eine konsequente Identifikation des absoluten Seins mit Gott selbst. Diese Position steht in enger Beziehung zu Avicennas Lehre, dass alles Seiende das Sein als Vollkommenheit begehrt und dass das Sein selbst als reine G&amp;amp;uuml;te zu verstehen ist. Besondere Bedeutung erh&amp;amp;auml;lt Eckharts Auslegung des Gottesnamens &amp;amp;bdquo;Ich bin, der ich bin&amp;amp;ldquo; (Ex 3,14), die er im Lichte der avicennischen Ontologie interpretiert. Dabei &amp;amp;uuml;bernimmt und transformiert er zentrale Begriffe wie Sein, Wesenheit und notwendiges Sein, um eine spekulative Theologie zu entwickeln, in der Gott als reines, absolutes und sich selbst begr&amp;amp;uuml;ndendes Sein verstanden wird. Abschlie&amp;amp;szlig;end zeigt die Arbeit, dass es sich bei der Rezeption Avicennas durch Eckhart nicht um eine &amp;amp;Uuml;bernahme islamischer Theologie handelt, sondern um eine philosophische Aneignung metaphysischer Konzepte. Diese Rezeption verdeutlicht den ma&amp;amp;szlig;geblichen Einfluss der islamischen Philosophie auf die Entwicklung der mittelalterlichen europ&amp;amp;auml;ischen Metaphysik.</description>
    </item>
    <item>
      <title>Algorithmische Neudefinition der iranischen Identit&amp;auml;t; Eine Zukunftsforschung der k&amp;uuml;nstlichen Intelligenz in der iranischen Kommunikationskultur</title>
      <link>https://www.spektrumiran.com/article_248472.html</link>
      <description>Die Konvergenz von KI und IoT definiert kulturelle Normen und kollektive Identit&amp;amp;auml;t neu. Im Iran gewinnt dieser Wandel durch die uralte Zivilisation, das reiche Erbe iranisch-islamischer Werte und die kollektivistische Sozialstruktur besondere Tiefe. Die zentrale Frage lautet: Wie ver&amp;amp;auml;ndern intelligente Algorithmen und vernetzte Objekte die kommunikativen Normen und die Identit&amp;amp;auml;t der Iraner? Diese Studie untersucht diese Prozesse und entwirft plausible Zukunftsszenarien f&amp;amp;uuml;r 2041. Mit einem qualitativen Ansatz der Zukunftsforschung f&amp;amp;uuml;hrten wir ein Environmental Scanning durch, um kulturelle Verzerrungen in den Algorithmen der drei gro&amp;amp;szlig;en iranischen Plattformen Snapp, Divar und Rubika zu extrahieren und zu analysieren. Zus&amp;amp;auml;tzlich wurden Interviews mit 30 Nutzern gef&amp;amp;uuml;hrt, um ihre Strategien im Umgang mit algorithmischen Vorgaben zu verstehen. Mittels Kausalschichtenanalyse und der Matrix kritischer Unsicherheiten entwickelten wir drei Szenarien: (1) &amp;amp;bdquo;Stille Assimilation" &amp;amp;ndash; algorithmische Neudefinition von Normen ohne gesellschaftlichen Widerstand; (2) &amp;amp;bdquo;Indigene Resilienz" &amp;amp;ndash; Entwicklung von Algorithmen im Einklang mit iranisch-islamischer Ethik und lokalen Priorit&amp;amp;auml;ten; und (3) &amp;amp;bdquo;Schizoide Ambivalenz" &amp;amp;ndash; gleichzeitige Existenz in widerspr&amp;amp;uuml;chlichen Wertesystemen, die zu einer tiefen Identit&amp;amp;auml;tskrise f&amp;amp;uuml;hrt. Aktuelle Anzeichen deuten auf das dritte Szenario. Algorithmen sind nicht neutral; sie wirken als nicht-menschliche kulturelle Akteure an der Neudefinition von Identit&amp;amp;auml;ten mit. Iranische Nutzer sind nicht passiv; sie setzen auf Umgehung, versteckten Widerstand, kreative Neuinterpretation und selektive Ablehnung. Die Verbreitung des &amp;amp;bdquo;ambivalenten Akteurs" (40 % der Stichprobe) ist ein ernstes Warnsignal. Die Ergebnisse unterstreichen den &amp;amp;Uuml;bergang von inhaltszentrierter zu intelligenter algorithmischer Regierungsf&amp;amp;uuml;hrung. Wir schlagen strategische Investitionen in indigene ethische KI und die F&amp;amp;ouml;rderung kritischer algorithmischer Kompetenz als zentrale politische Ma&amp;amp;szlig;nahmen vor.</description>
    </item>
    <item>
      <title>Pfadabh&amp;auml;ngigkeitstheorie und die iranische Bodenreform von 1962: Wie urspr&amp;uuml;ngliche Ziele die gegenw&amp;auml;rtige Situation pr&amp;auml;gten</title>
      <link>https://www.spektrumiran.com/article_248469.html</link>
      <description>Als das Pahlavi-Regime 1962 sein Bodenreformprogramm als Kernst&amp;amp;uuml;ck der Wei&amp;amp;szlig;en Revolution startete, versprach die offizielle Erz&amp;amp;auml;hlung eine tiefgreifende Transformation der iranischen Gesellschaft: gerechte Landverteilung, soziale Gerechtigkeit, h&amp;amp;ouml;here landwirtschaftliche Produktivit&amp;amp;auml;t und bessere Lebensbedingungen f&amp;amp;uuml;r die l&amp;amp;auml;ndliche Bev&amp;amp;ouml;lkerung. Jahrzehnte sp&amp;amp;auml;ter zeichnet die Realit&amp;amp;auml;t ein anderes Bild. Dieser Artikel fragt, wie und warum die Reformen so weit von ihrem urspr&amp;amp;uuml;nglichen Kurs abdrifteten und warum sie sich heute so resistent gegen&amp;amp;uuml;ber Ver&amp;amp;auml;nderungen zeigen. Mit der Pfadabh&amp;amp;auml;ngigkeit als analytischem Rahmenwerk st&amp;amp;uuml;tzt sich die Studie auf Archivmaterialien, Regierungsberichte und wissenschaftliche Literatur, um die Mechanismen nachzuzeichnen, die die Agrarpolitik auf eine Bahn dr&amp;amp;auml;ngten, von der sie nur schwer abweichen konnte. Die Befunde zeigen, dass die Reformen trotz der entwicklungsorientierten Rhetorik nie vollst&amp;amp;auml;ndig wie beabsichtigt umgesetzt wurden. Von Anfang an pr&amp;amp;auml;gten politische Kalk&amp;amp;uuml;le den Prozess, und im Laufe der Zeit verst&amp;amp;auml;rkten steigende &amp;amp;Ouml;leinnahmen, fehlgeleitete Politiken und die wachsende Macht von Interessengruppen, die am Status quo hingen, den einmal eingeschlagenen Pfad. Die Revolution von 1979, der Krieg mit dem Irak und anhaltende Wirtschaftssanktionen vertieften die Blockade zus&amp;amp;auml;tzlich und machten jede grundlegende Agrarreform zunehmend teurer und politisch undurchf&amp;amp;uuml;hrbar. Was als transformative politische Entscheidung begann &amp;amp;ndash; gepr&amp;amp;auml;gt von den Geopolitik des Kalten Krieges ebenso wie von innenpolitischen Ambitionen &amp;amp;ndash; verh&amp;amp;auml;rtete sich allm&amp;amp;auml;hlich zu einem institutionellen Korsett. Die Ergebnisse haben wenig &amp;amp;Auml;hnlichkeit mit der urspr&amp;amp;uuml;nglichen Entwicklungsperspektive. Indem der Artikel diesen Prozess beleuchtet, tr&amp;amp;auml;gt er zum Verst&amp;amp;auml;ndnis der politischen &amp;amp;Ouml;konomie von Reformen in rohstoffabh&amp;amp;auml;ngigen Staaten bei und bietet einen Rahmen, der auf die Analyse anderer institutioneller Entwicklungen im modernen Iran &amp;amp;uuml;bertragen werden kann.</description>
    </item>
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      <title>Postsociale genealogien: Persische medizinische Kulturen als fr&amp;uuml;he epistemische Formationen</title>
      <link>https://www.spektrumiran.com/article_248475.html</link>
      <description>Karin Knorr Cetina entwickelte das Konzept der &amp;amp;bdquo;postsozialen Beziehungen&amp;amp;ldquo;, um die zunehmende Bedeutung epistemischer Objekte f&amp;amp;uuml;r die Organisation von Wissen, Expertise und sozialer Interaktion in sp&amp;amp;auml;tmodernen wissenschaftlichen und technologischen Kontexten zu erkl&amp;amp;auml;ren. W&amp;amp;auml;hrend dieser theoretische Ansatz bislang vor allem auf gegenw&amp;amp;auml;rtige Entwicklungen angewandt wurde, bleibt seine historische Reichweite weitgehend unerforscht. Der vorliegende Beitrag untersucht, ob die persische Medizin des mittelalterlichen Islam als historisch spezifische Form objektzentrierter epistemischer Beziehungen verstanden werden kann, die analytisch mit den von der Postsocial-Theorie beschriebenen relationalen Dynamiken vergleichbar ist. Im Fokus stehen die persische Medizin zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert sowie Handschriften, Krankenh&amp;amp;auml;user, pharmazeutische Substanzen, medizinische Instrumente und p&amp;amp;auml;dagogische Praktiken als materielle Bestandteile einer epistemischen Kultur. Methodisch basiert die Studie auf einer historisch-konzeptionellen Analyse im Rahmen der Science and Technology Studies (STS) und nutzt Forschungsergebnisse zur islamischen Medizin und materiellen Wissenskultur. Die Untersuchung zeigt, dass diese materiellen Entit&amp;amp;auml;ten als dynamische und offene Zentren epistemischer Auseinandersetzung fungierten und Lernprozesse, klinische Praxis sowie wissenschaftliche Gemeinschaften strukturierten. Dabei weisen sie wesentliche strukturelle Gemeinsamkeiten mit den von Knorr Cetina beschriebenen Eigenschaften epistemischer Objekte auf. Der Beitrag argumentiert jedoch nicht, dass die mittelalterliche persische Medizin eine postssoziale Gesellschaft im strengen historischen Sinne darstellte, sondern dass sie eigenst&amp;amp;auml;ndige Formen objektzentrierter epistemischer Relationen hervorbrachte. Dadurch erweitert die Studie den zeitlichen und geografischen Horizont der Postsocial-Theorie und leistet einen Beitrag zur Globalisierung der STS sowie zur Neubewertung au&amp;amp;szlig;ereurop&amp;amp;auml;ischer Wissenskulturen als Quellen theoretischer Weiterentwicklung.</description>
    </item>
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      <title>Algorithmus und Text: Herausforderungen der K&amp;uuml;nstlichen Intelligenz in den Geisteswissenschaften mit besonderem Schwerpunkt auf deutschem Recht und imamitischer Rechtswissenschaft</title>
      <link>https://www.spektrumiran.com/article_244114.html</link>
      <description>Das Auftreten K&amp;amp;uuml;nstlicher Intelligenz als semi-autonomer Akteur stellt die klassischen Paradigmen der Wissensproduktion in den Geisteswissenschaften in Frage. Diese Studie untersucht, wie die rechtlichen und ethischen Komponenten der Verantwortlichkeit f&amp;amp;uuml;r durch KI mitproduzierte Werke innerhalb der Rahmenbedingungen der imamitischen Rechtswissenschaft und des deutschen Rechtssystems neu definiert werden. Die Forschung folgt einem vergleichend-analytischen Ansatz und einer qualitativen Methodologie. Die Daten wurden durch die Analyse ma&amp;amp;szlig;geblicher rechtswissenschaftlicher Quellen, kodifizierter deutscher Gesetze sowie wissenschaftlicher Fachartikel erhoben und mittels induktiver Argumentation ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass der &amp;amp;Uuml;bergang von einem rein instrumentellen Paradigma hin zu einem Ansatz, der der KI eine relative Akteursqualit&amp;amp;auml;t zuschreibt, drei strukturelle Krisen versch&amp;amp;auml;rft hat: die Zurechnungskrise (Unklarheit hinsichtlich Urheberschaft und Eigentum), die Originalit&amp;amp;auml;tskrise (Erosion menschlicher Kreativit&amp;amp;auml;t und wissenschaftlicher Glaubw&amp;amp;uuml;rdigkeit) sowie die Verantwortlichkeitskrise (Konflikte bei der Bestimmung der finalen Haftung). Die Studie schl&amp;amp;auml;gt das Modell der proportionalen Verantwortung als interdisziplin&amp;amp;auml;re L&amp;amp;ouml;sung vor, das die Verantwortung zwischen Forschenden, Entwicklern und akademischen Institutionen verteilt. Durch die Integration grundlegender Prinzipien der imamitischen Rechtswissenschaft (la darar, daman, tasbib) mit zentralen Doktrinen des deutschen Zivilrechts (insbesondere &amp;amp;sect; 280 BGB sowie Grunds&amp;amp;auml;tze der Produzentenhaftung) wird ein koh&amp;amp;auml;renter Rahmen geschaffen, der darauf abzielt, die wissenschaftliche Integrit&amp;amp;auml;t der geisteswissenschaftlichen Forschung im Zeitalter der K&amp;amp;uuml;nstlichen Intelligenz zu wahren.</description>
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      <title>Religion, Umweltverhalten und kultureller Kontext: Eine vergleichende Studie von Muslimen im Iran und Christen in Deutschland</title>
      <link>https://www.spektrumiran.com/article_248476.html</link>
      <description>Angesichts der zunehmenden globalen Umweltkrisen richtet sich die wissenschaftliche Aufmerksamkeit verstärkt auf die Rolle von Religion bei der Herausbildung umweltfreundlichen Verhaltens. Diese Studie untersucht vergleichend den Einfluss islamischer und christlicher Lehren auf das Umweltverhalten von Muslimen im Iran (N = 442) und Christen in Deutschland (N = 58). Grundlage der Untersuchung ist ein eigens entwickelter Fragebogen, dessen Daten mithilfe nichtparametrischer statistischer Verfahren analysiert wurden, einschließlich direkter länderübergreifender Vergleiche zentraler Zusammenhänge.
Bei iranischen Muslimen zeigten sich positive Zusammenhänge zwischen Religiosität und religiöser Sozialisation einerseits sowie umweltbezogenem Verhalten und einem Verantwortungsgefühl gegenüber der Umwelt andererseits. Dies verweist auf das ethische Potenzial islamischer Konzepte wie khilafah (Treuhänderschaft bzw. Bewahrung der Schöpfung), der Heiligkeit der Schöpfung und der moralischen Verantwortung des Menschen gegenüber der Natur. Gleichzeitig zeigte Religiosität einen negativen Zusammenhang mit allgemeinem Umweltbewusstsein und keinen signifikanten Zusammenhang mit ressourcenschonendem Konsumverhalten oder der Wahrnehmung der schädlichen Folgen von Konsumismus. Zudem wurden religiöse Institutionen und religiöse Führungspersonen in Iran von den Befragten als nur begrenzt wirksam bei der Förderung ökologischen Engagements wahrgenommen.
Bei den christlichen Befragten in Deutschland zeigte institutionelle Religiosität keinen signifikanten Zusammenhang mit Umweltverhalten, Umweltbewusstsein oder Umweltverantwortung. Umweltfreundliches Verhalten wird hier vor allem durch säkulare Normen, Umweltbildung und eine etablierte Bürgerkultur geprägt. Direkte länderübergreifende Vergleiche zeigen, dass der Zusammenhang zwischen Religiosität und sowohl Umweltverhalten als auch religiösem Umweltbewusstsein im Iran deutlich stärker ausgeprägt ist als in Deutschland, während der Zusammenhang zwischen Umweltverhalten und religiöser Sozialisation in beiden Ländern vergleichbar stark bleibt.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Beitrag von Religion zum Umweltverhalten kontextabhängig ist. Religion besitzt insbesondere dort größere Bedeutung, wo religiöse und soziale Identität eng miteinander verbunden sind. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass das ökologische Potenzial religiöser Traditionen und Institutionen in beiden gesellschaftlichen Kontexten bislang nur teilweise ausgeschöpft wird.</description>
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