Spektrum Iran

Über die Unsterblichkeit der menschlichen Seele Antworten des griechischen Philosophen Priskianos Lydos auf Fragen des persischen Großkönigs Chosrou I. Anuschirvan

Art des Dokuments : Original Research Papers

Autor

Ludwig-Maximilian-Universität München,

Abstrakt
Zu Beginn dieses Essays werden die biografischen Daten des persischen Königs Chosroes I. und des griechischen Philosophen Priscian von Lydia vorgestellt, gefolgt von einem Bericht über die Schließung der athenischen neoplatonischen Schule durch den byzantinischen Kaiser Justinian im Jahr 529. Diese Schließung war der Anlass, dass sieben neoplatonische Philosophen nach Persien emigrierten, wo sie von Chosroes I. willkommen geheißen wurden. Nach einem kurzen Überblick über die neoplatonische Lehre der Seele werden die Fragen, die der König an Priskianos stellte, sowie die Frage nach der menschlichen Seele und seine Antworten detailliert untersucht. „Priscians Antworten an König Chosroes von Persien (Solutiones)“ sind nur in einer unzureichenden lateinischen Übersetzung erhalten. Trotz dieser Unzulänglichkeit können die grundlegenden Ideen von Priscians Antworten gründlich dargestellt werden: Die Seele ist eine Substanz, die Seele ist unkörperlich und vom Körper getrennt. Schließlich wird die Verbindung zwischen Seele und Körper sowie die Unsterblichkeit der Seele dargestellt. Aus intellektueller Sicht kann die lateinische Übersetzung der Fragen als Fragment einer bedeutenden kulturellen Begegnung zwischen Persien und Griechenland auf der Grundlage der neoplatonischen Philosophie betrachtet werden.

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