Spektrum Iran

Band und ʻAhd Ein Ausdruck in der Erzählung „Der Fischer und der Dschinni“ in den Märchen aus Tausendundeiner Nacht

Art des Dokuments : Case Report

Autor

Universität Teheran, Iran

Abstrakt
In einer der ersten Erzählungen der Märchen aus Tausendundeiner Nacht, „Der Fischer und der Dschinni“, erscheint ein unklarer Ausdruck, in dem das arabische Wort ʻahd ( عه د ) gemäß der Handlung der Geschichte „Magie“ bedeuten müsste. Im Arabischen bedeutet ʻahd „Eid“, „Testament“, „Verpflichtung“ und Ähnliches, jedoch niemals „Magie“. In der alten persischen Dichtung und Prosa hingegen findet man das persische Wort band (بند ), das sowohl „Eid“ als auch „Magie“ bedeuten kann. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, dass dieser arabische Ausdruck und möglicherweise die gesamte Erzählung eine ursprünglich mittelpersische oder persische Version hatten, die ins Arabische übersetzt wurde, wobei das persische band fälschlich als ʻahd und nicht als siḥr („Magie“) übersetzt wurde. Dementsprechend könnte die Erzählung „Der Fischer und der Dschinni“ eine der ursprünglich persischen Geschichten in den Märchen aus Tausendundeiner Nacht sein – oder zumindest kann der oben genannte Ausdruck als ein rhetorisches Erzählmittel aus iranischen Zaubergeschichten betrachtet werden, dessen Fehlübersetzung sich einst in arabischen Erzählungen verbreitete und schließlich in den Märchen aus Tausendundeiner Nacht gefestigt wurde.

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