Spektrum Iran

Goethes kosmopolitische Idee der Weltliteratur versus nationalistische Gedanken

Art des Dokuments : Case Report

Autoren

Deutsche Sprache und Literatur, Fremdsprachen und fremdsprachigen Literaturen der Universität Teheran, Iran

Abstrakt
Die Idee der Weltliteratur ist eine der zentralen Säulen in Goethes literarischem und künstlerischem Leben. Die Entstehung und Weiterentwicklung dieses Konzepts ist das Ergebnis seiner tiefen Hinwendung zur ausländischen Literatur sowie seines Bedürfnisses, die Weltliteratur in der eigenen Kultur widerzuspiegeln – durch die Anerkennung der Potenziale und Fähigkeiten anderer Kulturen.
Diese Idee steht aus kultureller und literarischer Perspektive im Gegensatz zu extrem nationalistischen Vorstellungen, und zwar durch ihre gesellschaftspolitischen und kosmopolitischen Dimensionen. Gerade heute, mit dem Wiedererstarken neuer nationalistischer Strömungen in vielen Ländern weltweit, gewinnt dieses Thema an Relevanz.
Der vorliegende Artikel vergleicht auf der Grundlage von Goethes Idee der universellen Literatur seine Ansichten mit nationalistischen Überzeugungen und kommt zu dem Schluss, dass Goethe betont, „die Tore der nationalen Literatur für die Literatur anderer Nationen zu öffnen – mit dem Wunsch nach wechselseitigem Einfluss sowie mit der Einladung an die Denker und Autoren der Welt, sich am intellektuellen Austausch, am kulturellen Dialog und an internationalen Verbindungen zu beteiligen“. Goethes Vorstellungen umfassen transnationale, transethnische und transregionale Dimensionen.

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