Spektrum Iran

Die historische Persönlichkeit von Ḥāǧ Bektāš Walī Basierend auf historischen und mystischen Quellen

Art des Dokuments : Case Report

Autor

Abteilung für Geschichte und Zivilisation islamischer Nationen, Islamische Azad-Universität, Wissenschafts- und Forschungsabteilung, Teheran, Iran

Abstrakt
Ḥāǧ Bektāš Walī Ḫurāsānī war einer der Sufi-Scheichs, der nach der mongolischen Invasion in Iran seine Heimat Ḫurāsān verließ und sich schließlich in Anatolien niederließ. Zeitgenössische schriftliche Quellen betrachteten ihn als Mystiker (ʻārif) und als einen der wāṣilān aus Ḫurāsān. Trotz seiner Verbindung zu den Führern des sozialpolitischen Aufstands der Bābā’is und der Ermordung seines Bruders in diesem Zusammenhang, hielt sich Ḥāǧ Bektāš von ihnen fern und widmete sich der Schulung und Unterweisung seiner Anhänger, die als Abdāls bekannt waren.
Mit dem Aufstieg der Osmanen wurde der Bektāšī-Orden organisiert und in Anatolien etabliert. Aufgrund des antiseljukischen Charakters des Bābā’i-Aufstands neigten die seldschukischen Historiker dazu, diesen abzuwerten. Sie unternahmen keine ernsthaften Versuche, die Ursachen des Bābā’i-Aufstands zu analysieren oder ihre Ideen zu untersuchen. Der Bektāšī-Orden wurde erst nach dem Tod von Ḥāǧ Bektāš gegründet, wobei er zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und Verehrung der Bektāšīs wurde. Infolgedessen wurden zahlreiche Wunder und unglaubliche Geschichten über ihn verbreitet, sodass seine wahre historische Persönlichkeit kaum mehr zu erkennen ist.
Dieser Beitrag befasst sich mit den historischen Quellen zur Entstehung der Bektāšīs sowie mit mystischen Schriften, die sich mit den Sufi-Scheichs in Anatolien beschäftigen, und vergleicht diese mit den mystischen Quellen der Aleviten-Bektāšīs, um ein klareres Bild der historischen Figur Ḥāǧ Bektāš Walī zu gewinnen.

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