Außerordentlicher Professor am Philosophischen Institut der Allameh Tabatabai Universität. Studium der Philosophie, Orientalistik und Religion (Teheran und Bonn)
Abstrakt
Diese Arbeit versucht, die moralischen Handlungen des Propheten Muḥammad anhand der existenziellen Ethik zu analysieren. Ausgehend von diesem Ansatz stützen wir uns auf die Einheit von Bewusstsein und Tugend und legen den Schwerpunkt auf die enge Verbindung zwischen dem existenziellen Wissen des Propheten und seinen ethischen Handlungen. Dadurch lassen sich viele historische Fehlurteile, die auf nicht-existenziellen Ansätzen beruhen, korrigieren. Begriffe wie Lebenswelt und Erlebnis bezeichnen eine Welt, die mit vorwissenschaftlichen Tatsachen und gelebten Erfahrungen verbunden ist und im Gegensatz zu einer Sichtweise steht, die auf die Zentralität der Subjektivität und ausschließlich theoretische und wissenschaftliche Fragestellungen fokussiert. Mit anderen Worten: Nach diesem Ansatz ist das kulturelle Leben des Propheten das zentrale Konzept, das uns ermöglicht, seine moralischen Handlungen zu analysieren – insbesondere dort, wo keine historischen Belege vorhanden sind. Ein weiteres Ergebnis dieses Ansatzes ist, dass die Analyse seines Lebensstils auch ohne Rückgriff auf einen historischen Relativismus möglich ist. Dies wiederum legt den Grundstein für eine Geschichte, die in späteren historischen Phasen – etwa im Denken von Imam ʿAlī und dessen Nachkommen – nachvollzogen werden kann, als Teil der mystischen schiitischen Gedankenwelt, die laut Ṭabāṭabāʾī die „Quelle der Mystik“ bildet.