Spektrum Iran

Wien und der Orient: ein historischer Streifzug Von der osmanischen Abneigung zur orientalischen „Aneignung“

Art des Dokuments : Original Research Papers

Autor

Sekretär der Katholischen Akademiker / innenverband (KAV), Wien, Österreich

Abstrakt
Im Jahr 1922 beschrieb Hugo von Hofmannsthal die Stadt des Königreichs Wien in seinem „Wiener Brief“ als das östliche Tor Europas. Seine Wahrnehmung des Orients bezog sich wahrscheinlich auf das osmanische Gebiet, welches auch die iranische und arabische Welt einschloss. Er betrachtete sich selbst als Bürger des Habsburgerreiches, das verschiedene Nationen beherbergte und dessen Hauptstadt ein Tor war, durch das der Westen von außen erreicht werden konnte. Darüber hinaus konnte es auch den Nationen des Ostens die Welt der Kultur öffnen.
Im 19. und 20. Jahrhundert fand das Interesse am Orient nicht nur in der Literatur, sondern auch in der Malerei, Architektur und Musik seinen Ausdruck. So ist beispielsweise das Arsenal in Wien von der andalusisch-islamischen Architektur beeinflusst. Die Zacherl-Fabrik im Wiener Bezirk Döbling zeigt unter dem Einfluss islamischer Baukunst ein moscheeartiges Erscheinungsbild. Zudem lassen sich Spuren orientalischer Melodien in einigen Musikstücken von Franz Schubert erkennen.

Schlüsselwörter

Hauptthemen

Hofmannsthal, H. von. (1922). Wiener Brief. [Essay].
Hammer-Purgstall, J. von. (1812–1813). Divan des Hafis: Aus dem Persischen zum ersten Male ganz übersetzt. Wien: Camesina.
Mozart, W. A. (1782). Die Entführung aus dem Serail [Opera]. Wien: Burgtheater.
Werfel, F. (1933). Die vierzig Tage des Musa Dagh. Wien: Zsolnay.
Kafka, F. (1919). In der Strafkolonie. Leipzig: Kurt Wolff Verlag.