Spektrum Iran
Schlüsselwörter = Johann Wolfgang von Goethe

Westlich-östliches Erbe: Verwerfungen

Volumen 36, Ausgabe 1, Juli 2023, Seiten 21-32

https://doi.org/10.22034/spektrum.2023.184200

Ursula Baatz

Abstrakt Der Artikel von Ursula Baatz untersuchte die Möglichkeit interkultureller Beziehungen zwischen verschiedenen Ländern anhand von Beispielen aus der fernen Vergangenheit und unserer Gegenwart. Laut dem Autor gehörte Goethe zu den Beispielen, die ein Publikum suchten, das unabhängig vom kulturellen Dogmatismus zum Osten sprach, und deshalb schrieb er den West-östlichen Divan in der Zeit populärer nationalpatriotischer Gedichte. Diese wertvolle Sammlung zielt eindeutig darauf ab, die westliche und die östliche Kultur zusammenzubringen.
Die bilateralen Beziehungen zwischen Ost und West haben in vielen Perioden zum Aufblühen der menschlichen Kultur geführt. Doch seit dem 19. Jahrhundert, insbesondere nach der Kolonialpolitik und der Ausweitung des Geistes der Industrialisierung, kam es zu einer unangenehmen Konfrontation über diese Beziehungen. An diesem Punkt wird der „Andere“ als Untergebener betrachtet, der nicht die Begabung hat, Erleuchtung anzunehmen. In einer solchen Situation zerstört die Herrschaft des ideologischen Denkens die kulturellen Beziehungen zwischen den Nationen, und leider hat das Ausmaß solcher destruktiven Gedanken das 20. Jahrhundert erreicht, das in verschiedenen Formen anhält und erneuert wird.

Von Allem und vom Einen Georg Wilhelm Friedrich Hegel über Maulānā Ğalāl ad-Dīn Rūmi

Volumen 35, Ausgabe 1, April 2022, Seiten 69-86

Roland Pietsch

Abstrakt In diesem Artikel wird die Rezeption von Jalāl ad-Din Mohammad Rūmī (1207-1273) durch Georg Friedrich Wilhelm Hegel (1770-1831) vorgestellt und untersucht. In der Einleitung werden die Hauptmerkmale von Hegels Philosophie kurz umrissen, wobei besonderes Augenmerk auf seine Haltung zum Pantheismus gelegt wird. Danach wird Hegels Rezeption von Rūmī in seiner „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften“, seinen „Vorlesungen über Ästhetik“ und seinen „Vorlesungen über die Religionsphilosophie“ gezeigt. Schließlich wird Hegels Aussage untersucht, in der er eine große Übereinstimmung mit Rūmī behauptet.

Die gebannten Wunderbilder, kreisend in seinem Zirkel... Die Übertragung der poetischen Gedankenwelt Hafis̓ in Anbetracht seiner Ghaselen Übersetzung von Joachim Wohlleben

Volumen 31, Ausgabe 1, Februar 2018, Seiten 53-65

Raed Faridzadeh

Abstrakt Die Übersetzung des Divans von Hafis, der zu Recht als ein Schatz der kulturellen Erinnerung Irans gilt, erscheint als eine schwierige, wenn nicht unmögliche Aufgabe. Voraussetzung für ein genaues und umfassendes Verständnis seiner Gedichte ist das Eintauchen in Hafis’ Gedankenwelt sowie die Kenntnis der Traditionen und des kulturellen Kontexts seiner Zeit. Joachim Wohlleben (1936–2004), deutscher Philosoph und Professor für Literatur an der Freien Universität Berlin, veröffentlichte im Jahr 2004 eine neue deutsche Übersetzung des Hafis-Divans. In seiner Übersetzung bemüht sich Wohlleben, die Dichtung in Prosa zu überführen, sodass eine sogenannte „nüchterne Übersetzung“ entsteht – eine Übersetzung, die nicht die äußere Form der Ghazale priorisiert, sondern die Gedankenwelt und den geistigen Gehalt Hafis' für das deutsche Publikum verständlich machen soll. Dieser Beitrag untersucht die genannte Behauptung kritisch, insbesondere im Licht der Ideen westlicher Denker wie Johann Wolfgang von Goethe sowie unter besonderer Berücksichtigung der rhetorischen Theorien von ʿAbd al-Qāhir al-Ğurğānī.