Spektrum Iran

Können Dichter ihre Herkunft von ihrer Dichtung trennen? Auf Persisch fühlen, auf Deutsch schreiben

Art des Dokuments : Original Research Papers

Autor

freischaffende Künstlerin und Autorin in Wien

Abstrakt
Sprache ist das wichtigste Element, um in einer anderen Gesellschaft und Kultur zu überleben – vor allem im geistigen Sinne, fernab von der eigenen Muttersprache und Kultur. Ich schreibe häufig in einer Sprache, die nicht meine Muttersprache ist, doch bedeutet das keineswegs, dass ich die Verbindung zu meiner ursprünglichen Kultur verloren habe. Im Gegenteil: Je länger ich in einer anderen Kultur lebe und je älter ich werde, desto stärker wird die Sehnsucht nach meiner Heimat in mir. In meinen Texten kehre ich oft zurück zum verlorenen Paradies, zur ewigen Verdammnis, dass der Mensch aus dem Paradies vertrieben wurde. Dieser Gedanke kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn ich mich verloren fühle und mich frage, ob die Ängste des Lebens nicht mit der ewigen Urangst verbunden sind und ob die Sehnsucht nach Heimat dort ihren Ursprung hat. Ereignisse des realen Lebens können in mir uralte kollektive Gefühle wecken und sich mit metaphysischen Erfahrungen verbinden.

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