Spektrum Iran

Transzendente Weisheit als Methode der Exegese oder Ṣadrās Kommentar zu Kulainīs Kitāb al-Kāfī

Art des Dokuments : Original Research Papers

Autor

Institute of Ismaili Studies, England

Abstrakt
Mullā Ṣ adrās Kommentar zu Kulainīs Kitāb al-Kāfī behandelt drei der acht Bücher des Uṣ ūl-Teils – Kitāb al-ʿaql wa faḍāʾil al-ʿilm, Kitāb al-tawḥīd und Kitāb al-ḥuğğa. Die Diskussion wird von mehreren zentralen Themen bestimmt: der Natur und Erscheinung der göttlichen Einheit, den essentiellen und aktiven Attributen Gottes, der Erschaffung der Welt und ihrer Bestandteile, der Modulation der Existenz, der substantiellen Bewegung (als zentrales Merkmal der körperlichen und seelischen Welt), dem menschlichen Wissen und seiner heilenden Rolle, sowie Prophetentum und Imamat. Der Beitrag zeigt, dass Ṣ adrā – ähnlich wie al-Ġazālī – in seiner Exegese mit weitreichenden Verallgemeinerungen und Annäherungen arbeitet, diese jedoch in den Kontext des Zwölfer-Schiismus stellt. Der entscheidende Unterschied zwischen al-Ġazālī und Ṣ adrā liegt jedoch in Ṣ adrās Anerkennung der philosophischen Demonstration (burhān) als gültige Methode der Einheitslehre (tawḥ īd). Nach Ṣ adrā kann logisches Denken zwar auf die Einzigartigkeit der Quelle der Existenz hinweisen, vermag es jedoch nicht, dem Einheitsuchenden eine Vision der individuellen Einheit (al-waḥ da al-shakhṣ iyya) des Seins zu vermitteln.

Schlüsselwörter

Hauptthemen