Spektrum Iran

Kosmogonische Mythen in den religiösen Vorstellungen der Ahl-e Ḥaqq und der Alevitisch-Bektaschitischen Gemeinschaften – Eine vergleichende Studie

Art des Dokuments : Original Research Papers

Autor

Assistant Professor, Islamic Azad University, Science and Research Branch, Tehran, Iran (Assistenzprofessorin),

Abstrakt
Kosmogonische Mythen sind grundlegende symbolische Erzählungen über die Entstehung des Universums und all seiner Bestandteile. Sie bilden einen idealen Rahmen für zentrale Glaubensvorstellungen vieler Religionen. Durch ihre symbolische Ausdrucksweise liefern diese Mythen auch grundlegende Muster für Rituale sowie für Bedeutungs- und Wertesysteme in Kulturen. Kosmogonische Mythen lassen sich in mehrere Grundtypen einteilen, etwa die Schöpfung durch einen transzendenten und allmächtigen Gott, durch kosmische Eltern oder Paare, die Entstehung aus der Erde und andere. Die Untersuchung der Hauptthemen der kosmogonischen Mythen der Ahl-e Ḥaqq im Iran und der Alevitisch-Bektaschitischen Gemeinschaften in Anatolien zeigt, dass beide derselben Kategorie angehören, nämlich der Schöpfung aus dem kosmischen Ozean bzw. kosmischen Ei. Diese Mythen beginnen gewöhnlich mit einem urzeitlichen Meer, Ozean oder Chaos, aus dem sich allmählich und über lange kosmische Zeit hinweg eine Muschel, ein Ei, eine Perle oder ein Juwel bzw. andere Wesen herausbilden. Die kosmogonischen Mythen dieser beiden religiösen Strömungen weisen aufgrund ihres gemeinsamen historischen und kulturellen Hintergrunds gewisse Parallelen in den Details auf, aber auch Unterschiede, die auf unterschiedliche Betonungen der Stellung und Rolle von Muhammad und ʿAlī zurückzuführen sind.

Schlüsselwörter

Hauptthemen