Spektrum Iran

Vladimir Sergeevič Solov’ev und seine Stellung zum Islam

Art des Dokuments : Case Report

Autor

Ludwig-Maximilian-Universität München, Deutschland

Abstrakt
Der Artikel untersucht Vladimir Solov’evs philosophische und theologische Auseinandersetzung mit dem Islam, geprägt durch sein Konzept der „All-Einheit“ (vseedinstvo). In Drei Kräfte (1877) kritisiert Solov’ev den Islam als starres System, das individuelle Freiheit unterdrücke, und kontrastiert ihn mit westlichem Individualismus und slawischer Spiritualität. Später in Mohammed: Sein Leben und seine Lehre (1896) würdigt er den Propheten und den islamischen Monotheismus, bemängelt aber das Fehlen progressiver Ideale. Solov’evs mystische Sophia-Visionen, die seine Idee einer übergreifenden „Religion des Heiligen Geistes“ prägten, werden als Schlüssel zum Verständnis seines inklusiven, aber unvollendeten Universalismus hervorgehoben. Trotz seiner christlich-eschatologischen Schwerpunkte deutet sein Schweigen zum Islam in Drei Gespräche über den Antichrist auf eine implizite Anerkennung seiner spirituellen Rolle hin.

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