Spektrum Iran

Spiritualität und iranische Architektur aus der Perspektive der transzendenten Theosophie (unter Bezug auf die Methode der vierfachen Erkenntnis)

Art des Dokuments : Original Research Papers

Autoren

1 Department of Art & Architecture, Ma.C., Islamic Azad University, Mashhad, Iran

2 Doktorand, Fakultät für Architektur, Abteilung für Kunst und Architektur, Zweigstelle Mashhad, Islamische Azad-Universität, Mashhad, Iran.

3 Freelance artist and author in Hamburg

10.22034/spektrum.2026.520432.1032
Abstrakt
Die iranische Architektur entwickelte sich stets in enger Verbindung mit der Spiritualität. Diese Beziehung zeigt sich nicht nur in ihren räumlichen und baulichen Strukturen, sondern auch in ihren philosophischen und theoretischen Grundlagen. Ziel dieser Studie ist es, die spirituellen Dimensionen der iranischen Architektur auf der Grundlage der Transzendenten Philosophie Mullā Ṣadrās und des Vierstufigen Erkenntnisrahmens zu untersuchen.

Methoden: Die Untersuchung folgt einem qualitativen Forschungsansatz und basiert auf logischer Argumentation. Sie stützt sich auf Quellen der iranisch-islamischen Weisheitstradition sowie auf Beispiele traditioneller iranischer Architektur. Die theoretische Grundlage bilden die Prinzipien der Transzendenten Philosophie, insbesondere die Primordialität des Seins (Aṣālat al-Wujūd), die Gradation des Seins (Taškīk al-Wujūd) und die Substanzielle Bewegung (al-Ḥaraka al-Ǧawhariyya). Architektur wird dabei als existenzielles und nicht lediglich materielles Phänomen verstanden. Der Vierstufige Erkenntnisrahmen, der in der iranischen Weisheitstradition sowie im Prinzip von Äußerem (ẓāhir) und Innerem (bāṭin) verwurzelt ist, umfasst vier Ebenen – Begriffe, Grundlagen, Muster und Manifestationen – und analysiert den Weg von der Bedeutung zur Materie (vom Inneren zum Äußeren) sowie umgekehrt. Die theoretischen Analysen und die Felduntersuchung der Scheich-Lotfollāh-Moschee zeigen, dass die iranische Architektur durch die Prinzipien der Transzendenten Philosophie nicht nur Schönheit und Funktion verwirklicht, sondern auch eine mystische und ontologische Raumerfahrung ermöglicht. Dieser Ansatz eröffnet ein Verständnis von Architektur, das über Form und Funktion hinausgeht und sie mit spirituellen sowie intuitiven Dimensionen verbindet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Grundlagen der Transzendenten Philosophie Mullā Ṣadrās eine tragfähige Basis für die Wiederbelebung transzendenter Dimensionen in der zeitgenössischen Architektur bieten. Der Vierstufige Erkenntnisrahmen kann dabei als Methode zur Interpretation und Gestaltung architektonischer Räume mit einer spirituellen Perspektive dienen

Schlüsselwörter

Hauptthemen


Artikel in der Presse, Akzeptiertes Manuskript
Online verfügbar unter 03 August 2026