Dieser Artikel behandelt einige Aspekte von Henry Corbins Auseinandersetzung mit der schiitischen Tradition. Dies erfolgt hauptsächlich auf der Grundlage von vier thematischen Komplexen. Zunächst wird das grundlegende Anliegen von Corbins Werk im Allgemeinen skizziert; anschließend wird seine phänomenologisch-hermeneutische Methode erörtert. Danach wird Corbins kreative Auffassung von Tradition beleuchtet und die Typologie der schiitischen Spiritualität, die aus seinen Werken rekonstruiert werden kann, vorgestellt. Erst vor diesem Hintergrund lässt sich die Frage beantworten, was Corbin im Schiitentum sah und warum er sich in so außergewöhnlicher Weise zu der schiitischen Religiosität hingezogen fühlte.