Dual-Räumlichkeitsbildung der Intelligenz: Eine theoretische Retrodution der Sozialisierung künstlicher Intelligenz in der Bedeutungsproduktion
Seiten 1-30
https://doi.org/10.22034/spektrum.2026.565209.1055
Manijeh Akhavan, Saied Reza Ameli, Maseud Rahgozar, Ehsan Ehsan
Abstrakt Fast fünf Jahrzehnte, nachdem Hubert Dreyfus die Bedeutung der Berücksichtigung des sozialen Charakters von Intelligenz bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz betont hatte, und trotz der Konsolidierung von KI als aktant innerhalb der Nachrichtenmedien, haben sich praktische Implementierungen schneller entwickelt als die entsprechenden theoretischen Untersuchungen. Da die Fähigkeit zur Bedeutungsbildung innerhalb einer sozialen Institution die Sozialisierung eines kognitiven Systems voraussetzt, kann die Sozialisierung künstlicher Intelligenz entlang eines vergleichbaren Pfads wie die natürliche menschliche Intelligenz untersucht werden. Auf dieser Grundlage untersucht der vorliegende Artikel die Prozesse, durch die KI sozialisiert wird, um eine Rolle in der Bedeutungsproduktion innerhalb einer sozialen Institution wie den Nachrichtenmedien einzunehmen, und behandelt die zentrale Frage: Was ist sozialisierte künstliche Intelligenz? Zu diesem Zweck integriert die Studie das Modell der Dual-Räumlichkeitsbildung der Intelligenz mit der Repräsentationstheorie in einem sozio-organisationalen Rahmen und verwendet einen retroduktiven theoretischen Ansatz zur Beantwortung der Forschungsfrage. In dieser Analyse wird die soziale Ordnung als Funktion des Sozialisierungsprozesses von KI verstanden. Die Dual-Räumlichkeitsbildung der Welt führt folglich zu einer dual-räumlichen sozialen Ordnung. Die Ergebnisse zeigen, dass KI entweder so gestaltet werden kann, dass sie bestehende Wissensformen und verankerte soziale Stereotype ähnlich wie menschliche Kognition repliziert, oder dass sie sozial reguliert wird, um eine algorithmische Rationalität zu fördern, die auf das Gemeinwohl und die Verwirklichung einer nachhaltigen und gerechten sozialen Ordnung ausgerichtet ist. Eine solche Ordnung hängt von der Öffnung repräsentationaler Praktiken durch reflexives Engagement mit sozialen Stereotypen ab, wodurch Transformationen in der Repräsentation und eine größere Vielfalt von Identitäten unterstützt werden. Der Beitrag dieses Artikels liegt in der Vorschlag eines integrierten Modells zum Verständnis der Mechanismen der Sozialisierung von KI in bedeutungsproduzierenden sozialen Institutionen. Darüber hinaus bietet das Modell eine umfassende Perspektive auf die Sozialisierung sowohl natürlicher als auch künstlicher kognitiver Systeme innerhalb der sich entwickelnden Strukturen dual-räumlicher institutioneller sozialer Ordnungen.


